Stopp Gewalt

Zusammenarbeit mit Eltern

Zusammenarbeit bei Gewaltvorfällen

Wenn es zu Gewaltvorfällen kommt, liegt es im Ermessen der Lehrperson, die Eltern darüber zu informieren. Bei «Bagatellfällen» wird dies nicht immer notwendig sein. Wenn aber Schüler oder Schülerinnen wiederholt gewalttätig sind, bei schweren Gewalttaten (etwa Drohungen, sexuelle Übergriffe) oder wenn die Gewalt die ganze Klasse betrifft, sind die Eltern einzubeziehen.

Die meisten Eltern sind an einer Zusammenarbeit bei Schwierigkeiten interessiert. Sollten einzelne Eltern dazu nicht bereit sein, besteht die Möglichkeit, die Schulleitung beizuziehen. Auch dann, wenn Eltern nur wenig oder keine Bereitschaft zur Zusammenarbeit zeigen, ist es wichtig, die Dialogbereitschaft aufrechtzuerhalten.

Zusammenarbeit in der Gewaltprävention

Massnahmen zur Gewaltprävention an Schulen sind umso wirksamer, je mehr die Eltern diese unterstützen. Um die Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern im Bereich Gewaltprävention zu stärken, kann die Schule folgendes tun:

  • Über Verhaltensregeln informieren:
    Eltern sind darüber zu informieren, dass Gewalt in keiner Form toleriert wird und an der Schule Verhaltensregeln gelten, die von allen einzuhalten sind. Sie müssen wissen, dass Verstösse gegen diese Regeln sanktioniert werden und die Schulordnung wie auch das Gesetz entsprechende Disziplinarmassnahmen vorsieht.
  • Gewalt zum Thema machen:
    An Elternabenden und anderen Anlässen ist das Thema «Gewalt» aufzugreifen. Dabei ist darzulegen, wie das Thema in der Schule behandelt wird und wie die Eltern mithelfen können, die dabei verfolgten Ziele zu unterstützen. Empfehlenswert ist auch die Organisation von Veranstaltungen, an denen Eltern Informationen und Tipps zur Gewaltprävention erhalten.
  • Sich für Gespräche anbieten:
    Eltern sind dazu einzuladen, in schwierigen Erziehungssituationen oder bei Verhaltensauffälligkeiten ihrer Kinder das Gespräch mit der Klassenlehrperson zu suchen. Das frühzeitige Besprechen von Problemen und die gemeinsame Suche nach Lösungen kann viel dazu beitragen, problematische Entwicklungen zu verhindern.

Eltern für die Zusammenarbeit gewinnen

Eine gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus setzt ein Vertrauensverhältnis voraus. Wie kann dieses Vertrauensverhältnis aufgebaut und gefestigt werden?

  • Aktive Kontaktpflege:
    Der Kontakt zu den Eltern ist frühzeitig zu suchen und aktiv zu pflegen. Unvorteilhaft wäre es, wenn der erste Kontakt erst dann erfolgt, wenn Probleme auftauchen.
  • Individuelle Gespräche:
    Der Kontakt zu den Eltern ist auch über individuelle Gespräche zu suchen. Dabei können sie persönlich auf ihre Verantwortung für die Entwicklung ihrer Kinder und auf allfälliges Problemverhalten angesprochen werden.
  • Eltern stärken:
    Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern kann gefördert werden, wenn diese von Eltern als Unterstützung ihrer Erziehungsverantwortung erfahren wird. Diese Unterstützung kann beispielsweise darin bestehen, dass man bespricht, wie Heranwachsenden in schwierigen Lebensphasen geholfen werden kann. Hilfreich sind oft auch ein Erfahrungsaustausch und Tipps zum Erziehungsalltag sowie Hinweise auf das Bildungs- und Beratungsangebot für Eltern. Die Schulleitung kann Elternbildungskurse auch in der Schule selbst organisieren.
  • Eltern in das Schulleben einbeziehen:
    Schulleitung und Lehrpersonen können Eltern auf vielfältige Weise in das Schulleben einbeziehen. Die Palette reicht von institutionalisierten Mitwirkungsformen über die Mitarbeit in Schulprojekten bis zur gemeinsamen Durchführung von Anlässen. Gemeinsam durchgeführte Aktionen bieten gute Gelegenheiten, um auch Eltern aus eingewanderten Bevölkerungsgruppen einzubeziehen.
  • Besondere Massnahmen für eingewanderte Eltern: Eingewanderten fremdsprachigen Eltern kann der Zugang zur Schule durch besondere Massnahmen erleichtert werden. Dazu gehören Elternveranstaltungen, die in verschiedene Sprachgruppen aufgeteilt werden, oder der Einsatz von interkulturellen Vermittlern und Vermittlerinnen. Bewährt hat sich auch die Mithilfe von zugewanderten Eltern, die eine Brückenfunktion zu andern Eltern aus ihrem Sprach- und Kulturkreis übernehmen können.