Stopp Gewalt

Selbstaggression & Suizidgefährdung

Wenn das eigene Kind sich selbst verletzt?

Heranwachsende, die sich selbst verletzen, versuchen dies zu verheimlichen und lehnen angebotene Hilfe zumeist ab. Für Eltern ist diese Situation sehr schwierig: Sie möchten Rat und Hilfe anbieten, werden jedoch abgewiesen. Hinzu kommt, dass sich Jugendliche durch Hilfsangebote der Eltern unter Druck gesetzt fühlen. Dies kann ihr selbstverletzendes Verhalten zusätzlich verstärken.

  • Machen Sie dem Kind keine Vorwürfe. Signalisieren Sie ihm, dass es jederzeit auf Sie zählen kann.
  • Bieten Sie Ihrem Kind Hilfe an, achten Sie jedoch darauf, dass es sich dadurch nicht unter Druck gesetzt fühlt.
  • Wenden Sie sich an eine Beratungsstelle, um sich zu informieren, was Sie tun können.
  • Machen Sie ihr Kind auf Beratungsangebote für Kinder und Jugendliche aufmerksam. Vermitteln Sie ihm die entsprechenden Adressen.

Wenn das eigene Kind Selbstmordgedanken hat?

Jugendliche, die Selbstmordgedanken äussern oder einen Selbstmordversuch machen, wollen sich meistens nicht umbringen, sondern suchen Zuwendung und Hilfe.

  • Wenn Sie von Selbstmordgedanken ihres Kindes erfahren oder Hinweise darauf bestehen, ist es wichtig, die Situation ernst zu nehmen. Beschwichtigende Äusserungen wie «das geht schon wieder vorüber» nützen dem Kind wenig und können seine Verzweiflung noch vergrössern.
  • Signalisieren Sie ihrem Kind, dass es jederzeit mit seinen Anliegen und Problemen auf Sie zukommen kann.
  • Wenden Sie sich an eine Beratungsstelle. Je konkreter die Suizidabsichten sind, umso mehr ist professionelle Hilfe nötig.
  • Machen Sie ihr Kind auf die Beratungsangebote für Kinder und Jugendliche aufmerksam. Vermitteln Sie ihm die entsprechenden Adressen.

Vorbeugen

Ein vertrauensvolles Familienklima und eine gute Beziehung zwischen Eltern und Kindern tragen viel dazu bei, selbstaggressives Verhalten vorzubeugen. Wer sich verstanden und geliebt fühlt, wer in einem stabilen familiären Umfeld aufwächst und einen guten Freundeskreis hat, wird weniger den Wunsch verspüren, Aggressionen gegen sich selbst zu richten oder sich das Leben zu nehmen.

  • Seien Sie für ihre Kinder da. Nehmen Sie sich Zeit, um auf ihre Sorgen und Probleme einzugehen. Bieten Sie Hilfe an. Drängen Sie diese Hilfe aber nicht auf.
  • Erklären Sie ihren Kindern, dass Enttäuschungen, Traurigsein, Ängste und Verzweiflung Gefühle sind, die zum menschlichen Leben gehören und ihren Sinn haben. Versuchen Sie ihren Kindern zu vermitteln, dass es auch dann, wenn die Situation hoffnungslos erscheint, einen Ausweg gibt.

Passen Sie auf, dass ihr Kind nicht in den Einflussbereich einer Sekte gerät. Konsultieren Sie die Beratungsstelle infoSekta für Informationen und Beratung.