Stopp Gewalt

Ursachen von Gewalt

Gewalt von Kindern und Jugendlichen hat viele Ursachen. Sie resultiert aus einem Zusammenspiel von individuellen Merkmalen und Umwelteinflüssen. Eine Übersicht über die wichtigsten Ursachen und Downloads mit vertiefenden Informationen finden Sie auf dieser Seite.

Ursachen auf individueller Ebene

Aggressionen gehören zum normalen Verhalten von Heranwachsenden. Mit zunehmendem Alter lernen Kinder, aggressive Impulse unter Kontrolle zu bringen und mit Konflikten gewaltfrei umzugehen. Das gelingt nicht allen gleich gut. Mangelnde Konfliktfähigkeit, geringes Einfühlungsvermögen und Schwierigkeiten, die eigenen Gefühle wahrzunehmen, können zu einer erhöhten Aggressivität führen. Gewalt ist oft ein Mittel, um Zuwendung und Anerkennung zu erlangen.

Ursachen im familiären Bereich

Eltern haben einen massgeblichen Einfluss darauf, wie sich Kinder entwickeln. Ein schlechtes Familienklima, und/oder ein widersprüchlicher Erziehungsstil können aggressive Tendenzen begünstigen. Heranwachsende, die gewalttätig werden, haben häufig selbst Gewalt in der Familie erlebt - sei es als Opfer oder als Zeuge oder Zeugin.

Ursachen im schulischen Bereich

Schüler und Schülerinnen die schlechte Schulleistungen erbringen und ungern zur Schule gehen, neigen eher zu Gewalttätigkeiten. Auch ein als schlecht wahrgenommenes Schulklima kann Gewalt begünstigen: Vorbeugend wirken ein gutes Gemeinschaftsgefühl, respektvolle Beziehungen und eine genügende emotionale Unterstützung der Lernenden.

Soziales Umfeld

Kinder und Jugendliche die in schwierigen Verhältnissen aufwachsen tragen ein höheres Risiko, gewalttätig zu werden. Familiäre Probleme, ökonomische Benachteiligungen, bildungsfernes Elternhaus, beengende Wohnverhältnisse stellen soziale Belastungen dar, die häufig zu Auffälligkeiten und Problemverhalten führen.

Nationale Herkunft

Nationalität und ein anderer kultureller Hintergrund sind für sich alleine kein Grund, wieso es zu Gewalt kommen kann. Die meisten Kinder und Jugendlichen aus ausländischen Familien sind nicht gewalttätig. Erst im Zusammenspiel mit anderen Faktoren (z. B. soziale Benachteiligungen, belastende Familienverhältnisse, traumatisierende Kriegs- und Flüchtlingserfahrung, mangelndes Zugehörigkeitsgefühl) kann es sein, dass Gewalt zu einem Mittel wird, um sich Anerkennung zu verschaffen.

Geschlechtszugehörigkeit

Mädchen und Jungen zeigen tendenziell unterschiedliche Verhaltensmuster. Jungen fallen häufiger durch physische Aggressionen auf, während bei Mädchen häufiger verbale Formen von Gewalt zu beobachten sind. Mädchen richten Aggressionen auch häufiger gegen sich selbst. Diese Verhaltensmuster sind vor allem durch traditionelle Bilder von Weiblichkeit und Männlichkeit geprägt.

Einfluss von Gleichaltrigen

Die Kontakte und Erfahrungen mit Gleichaltrigen, mit Freundschaften und Cliquen können den Umgang mit Gewalt beeinflussen. Im Jugendalter sind die Gleichaltrigen oft wichtiger als die Familie. Die Zugehörigkeit zu einer Clique kann dann problematisch sein, wenn Gewalt eine zentrale Rolle für die gegenseitige Anerkennung spielt.

Gewaltdarstellungen in den Medien

Die Darstellung von Gewalt im Fernsehen, Internet oder in Computerspielen kann einen schlechten Einfluss auf das Verhalten von Kindern und Jugendlichen haben. Wer Gewalt sieht oder mit «Killergames» spielt, muss allerdings nicht unbedingt selbst gewalttätig werden. Entscheidend ist, welche Bedeutung Jugendliche den Darstellungen beimessen. Medien werden immer häufiger im Zusammenhang mit Gewalttaten eingesetzt (z. B. beim «Cyber-Mobbing» oder «Happy-Slapping»).

Alkoholkonsum

Ein Viertel der männlichen Jugendlichen weist einen problematischen Alkoholkonsum auf. 50 bis 60 Prozent aller Jugendgewaltdelikte geht auf das Konto dieser Jugendlichen. Auch das Risiko, Opfer von Gewalttaten zu werden, ist bei Jugendlichen mit problematischem Alkoholkonsum ungleich höher.