Stopp Gewalt

Sexuelle Gewalt

Der Unterschied zwischen einvernehmlichem sexuellen Kontakten und sexuellen Übergriffen liegt in der Unerwünschtheit. Sexuelle Übergriffe beginnen dann, wenn Abwehrreaktionen nicht ernst genommen und die Grenzen des Gegenübers missachtet werden.

Die Erscheinungsformen sexueller Übergriffe reichen von anzüglichen Bemerkungen und Gesten oder sexistischen Sprüchen bis hin zu strafrechtlich relevanten Tatbeständen: Dem Zeigen und Versenden von pornografischem Material, herabwürdigende Bemerkungen, unerwünschte Berührungen, Exhibitionismus bis hin zu sexueller Nötigung und Vergewaltigung.

Wer sind die Täter oder Täterinnen?

Viele von sexueller Ausbeutung betroffene Kinder und Jugendliche kennen die missbrauchende Person, stehen mit ihr in verwandtschaftlichem Verhältnis oder sind in irgendeiner Form von ihr abhängig. Es ist weniger der «böse Fremde» der Kinder und Jugendliche gefährdet als Familienmitglieder oder nahe Bekannte. Erwachsene Täter missbrauchen dabei ihre Macht und nützen Ohnmacht, Unwissenheit, Vertrauen und Bedürfnis nach Zuwendung aus.

Wer sind die Opfer?

Neben Körperverletzung ist sexuelle Gewalt die häufigste Gewalterfahrung von Kindern und Jugendlichen. Betroffen sind beide Geschlechter, wobei Mädchen und junge Frauen häufiger Opfer werden als Knaben und junge Männer. Mädchen erleben sexuelle Gewalt öfters in der Familie oder in Beziehungen, Jungen dagegen eher im sozialen Umfeld.

Sexuelle Gewalt unter Kindern und Jugendlichen

Zunehmend findet sexuelle Gewalt auch unter Gleichaltrigen statt. Im Vergleich zu erwachsenen Sexualtätern hat der Anteil Jugendlicher und junger Erwachsener in den letzten Jahren markant zugenommen. Jugendliche Täter oder Täterinnen begehen sexuelle Gewalt eher in der Gruppe, während Erwachsene meistens alleine handeln.

Folgen von sexueller Gewalt

Sexuelle Gewalt hinterlässt in den meisten Fällen seelische Schäden - insbesondere dann, wenn sie von vertrauten Personen ausgeübt worden ist. Mögliche Folgen sind Schlafstörungen, Essstörungen, Ängste oder Zwänge, sexuelle Ent- oder Gehemmtheit oder sexuell aggressives Verhalten. Manche Opfer sexueller Gewalt üben später selber sexuelle Gewalt aus.

Rechtliche Hinweise

Sexuelle Handlungen von Erwachsenen mit Jugendlichen unter 16 Jahren sind auch mit deren Einverständnis verboten und werden strafrechtlich verfolgt. Die Handlung ist nicht strafbar, wenn der Altersunterschied weniger als drei Jahre beträgt.

Verdeckte Gewalt

Viele Gewaltformen hinterlassen keine sichtbaren Spuren. Es gibt aber Anzeichen, die auf Gewalterlebnisse hinweisen können.