Stopp Gewalt

Psychische Gewalt


Psychische Gewalt wird vor allem verbal ausgeübt. Sie tritt in verschiedenen, zum Teil sehr subtilen Formen auf. Zur psychischen Gewalt gehören Beschimpfen, Verspotten, Drohen, Erpressen und das Verbreiten von Gerüchten, aber auch Missachten, Zurückweisen und Diskriminieren. Psychische Gewalt hinterlässt keine sichtbaren Verletzungen, ist deswegen aber nicht harmlos. Insbesondere dann, wenn psychische Gewalt systematisch ausgeübt wird und darauf abzielt, das Opfer in seiner Integrität und Würde zu verletzen.

Verbale Gewalt

Die Umgangsformen und die Sprache der Heranwachsenden sind härter, die Gesten sind angriffiger geworden. Auch im Umgang mit Erwachsenen ist die Kommunikation rauer geworden. Gewalt von Schülern und Schülerinnen gegenüber dem Schulpersonal beinhaltet verbale Provokationen, anzügliche Bemerkungen, Beleidigungen oder Störungen des Unterrichts. Aber: Einen Klassenkameraden zu beleidigen oder die Lehrperson hinter ihrem Rücken mit einem Schimpfwort zu belegen, ist zwar unschön, aber noch keine psychische Gewalt. Zu Gewalt wird es erst dann, wenn es sich um wiederholte Attacken handelt und diese darauf abzielen, eine Person absichtlich und nachhaltig zu verletzen.

Mobbing als typische Form von psychischer Gewalt

Mobbing zielt darauf ab, ein Opfer systematisch über einen längeren Zeitraum psychisch und/ oder körperlich, verdeckt oder offen zu quälen und auszugrenzen. Aufgrund der systematischen Anwendung wissen die Opfer, dass es zu weiteren Attacken kommen wird. Die Angst vor dem nächsten Angriff ist genauso belastend wie der Angriff selbst. Aus diesem Grund sind die Folgen von Mobbing in der Regel gravierender als jene von einmaligen psychischen Gewalthandlungen.

Wie wird Mobbing ausgeübt?

Mobbing wird meistens in der Gruppe ausgeübt. Kollektive Gewaltausübung stärkt den Gruppenzusammenhalt und das Gefühl der Zugehörigkeit, was wiederum den Gewaltprozess fördert. Innerhalb der Gruppe gibt es Anführer oder Anführerinnen, welche die Regeln des Mobbings und die Art und Häufigkeit der Attacken bestimmen. Mitläufer und Mitläuferinnen versprechen sich von ihrer Beteiligung einen Gewinn: mehr Ansehen, Vergnügen oder aber, nicht selbst Opfer der Attacken zu werden.
Eine wichtige Rolle in dieser Dynamik spielen die Aussenstehenden: Wird Mobbing ignoriert oder geduldet oder ernten Täter oder Täterinnen sogar Anerkennung für ihr Verhalten, wird dieses aufrechterhalten oder sogar gefördert. Bei konsequenter Ablehnung des Mobbings wird es hingegen verschwinden.

Wer ist von Mobbing betroffen?

Mobbing zeichnet sich immer durch ein Machtgefälle in der Beziehung zwischen Opfer und Täter oder Täterinnen aus. Ausgesucht werden oft solche Schüler und Schülerinnen, welche eher unsicher sind, ein geringes Selbstwertgefühl haben und in der Klasse keinen Anschluss finden. Tendenziell sind Mobbing-Opfer den anderen auch körperlich und verbal unterlegen, so dass sie sich weniger gut zur Wehr setzen können.

Mobbing in der Schule

Mobbing kann in allen Schulen vorkommen. Das Verhalten der Täter und Täterinnen ist in das soziale Umfeld der Schule eingebunden und wird von ihm mitbestimmt. Je nachdem, wie sich Lehrpersonen und Klassenkameraden oder Klassenkameradinnen verhalten, wird Mobbing begünstigt oder erschwert. Wenn Mobbing nicht gestoppt wird, dreht sich die Gewaltspirale immer weiter: Selbst wenn ein Mobbing-Opfer die Klasse oder die Schule wechselt, findet sich schnell ein neues.

Cyber-Mobbing

Cyber-Mobbing ist Mobbing mit Hilfe moderner Kommunikationsmittel. Das Opfer wird mit E-Mails, in Chatrooms, via SMS-Nachrichten oder auf Videos verleumdet, beleidigt, gedemütigt oder bedroht. Diese Art der Kommunikation ermöglicht eine neue Dimension des Mobbings: Ein per Handykamera aufgenommenes Video kann innerhalb kürzester Zeit an tausende von Menschen verschickt werden. Die Möglichkeiten des Internets wirken zudem enthemmend. Was man sich in der realen Welt vielleicht nicht traut, fällt in der virtuellen Welt leichter. Für das Opfer sind die Taten aber genauso verletzend, wenn nicht verletzender.

Verdeckte Gewalt

Viele Gewaltformen hinterlassen keine sichtbaren Spuren. Es gibt aber Anzeichen, die auf Gewalterlebnisse hinweisen können.