Stopp Gewalt

Körperliche Gewalt

Kinder raufen sich, das ist Teil ihrer Lebenswelt. Solange Raufereien kollegial und ohne Verletzungsabsicht ablaufen, sind sie nicht als Gewalt zu betrachten. Der Übergang zur Gewalt ist allerdings fliessend. Die Beurteilung, wann eingegriffen werden muss, ist oftmals nicht ganz einfach.

Körperliche Gewalt meint nach aussen gerichtetes aggressives Verhalten, welches die Verletzung und Schädigung anderer zur Folge hat. Dazu gehört Schubsen, Stossen, Treten, ein Bein stellen oder eine Ohrfeige geben wie auch Prügeleien und Angriffe mit Waffen. Körperliche Gewalt tritt häufig in Kombination mit Beschimpfungen oder Drohungen auf. Eine besondere Form von körperlicher Gewalt sind sexuelle Übergriffe.

Gründe für körperliche Gewalt

Gewalt wird häufig eingesetzt, um ein Ziel zu erreichen. Es gibt aber auch Täter und Täterinnen, die sich ohne erkennbaren Grund gewalttätig verhalten: ein vermeintlich schräger Blick, ein falsches Wort oder eine zufällige Rempelei genügen. Je grundloser eine körperliche Gewalttat begangen wird, desto willkürlicher wird auch das Opfer ausgewählt. Oft berichten jugendliche Schläger, dass ihnen langweilig war und sie einfach Lust hatten, jemanden zu verprügeln. Ob das ein Mitschüler oder eine Mitschülerin oder eine unbekannte Person ist, der sie zufällig begegnen, spielt keine Rolle.

Happy Slapping

Als Happy Slapping wird der Angriff auf meist unbekannte Passanten, aber auch auf Mitschüler und Mitschülerinnen oder Lehrpersonen bezeichnet. Mitunter werden Opfer bis zur Bewusstlosigkeit verprügelt, sexuell genötigt oder vergewaltigt. Die Angreifer oder Angreiferinnen flüchten daraufhin, ohne sich um das Opfer zu kümmern. Üblicherweise wird der Angriff mit einer Handy- oder Videokamera gefilmt. Die Aufnahmen werden im Internet veröffentlicht oder per Mobiltelefon verbreitet.

Brutalisierung von Gewalttaten

In den letzten Jahren ist zu beobachten, dass die Gewalt unter Kindern und Jugendlichen brutaler geworden ist. Auf ein Opfer, das am Boden liegt und zu keiner Gegenwehr mehr fähig ist, wird weiter eingeprügelt. Die Hemmschwelle für extreme Formen von Gewalt scheint gesunken zu sein und häufig sind Waffen im Spiel.