Stopp Gewalt

Gewalt in der Familie

Häusliche Gewalt wurde lange Zeit als privates Problem betrachtet. In den letzten Jahren hat sich dies verändert. Gewalt in der Familie ist zunehmend zu einem öffentlichen Thema geworden. Dazu beigetragen hat unter anderem das kantonale Gewaltschutzgesetz (GSG), das im April 2007 in Kraft getreten ist. Das Ausmass an Häuslicher Gewalt wird aber häufig noch zu wenig wahrgenommen.

Häusliche Gewalt liegt vor, wenn eine Person in einer familiären oder partnerschaftlichen Beziehung durch Ausübung oder Androhung von Gewalt in ihrer körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität verletzt oder gefährdet wird. Häusliche Gewalt existiert in vielen Formen: Vernachlässigung, Drohung und Nötigung, körperliche Gewalt (z. B. körperliche Züchtigungen) und sogar Tötung. Sexuelle Handlungen mit Kindern und Vergewaltigung im familiären Umfeld fallen ebenfalls unter häusliche Gewalt. Von Häuslicher Gewalt betroffen sind auch Kinder, die diese nicht direkt erleiden, aber Gewalt unter Familienangehörigen als Zeuge bzw. Zeugin miterleben.

Opfer von Häuslicher Gewalt

Von Häuslicher Gewalt betroffen sind zum grossen Teil Kinder und Frauen, aber auch Männer. In der Schweiz sind schätzungsweise 30'000 bis 40'000 Kinder in irgendeiner Form mit Gewalt in ihrer Familie konfrontiert.

In familiären Beziehungen besteht zwischen Opfer und Täter oder Täterin eine grosse Nähe und meistens auch eine starke Abhängigkeit. Deshalb fällt es Opfern meistens schwer, die erlittene Gewalt richtig einordnen zu können und sich helfen zu lassen. Insbesondere Kinder geraten in grosse emotionale Konflikte und fühlen sich oft mitschuldig an der erlebten Gewalt.

Folgen von Häuslicher Gewalt

Gewalt im häuslichen Bereich hat für alle Familienmitglieder schwerwiegende Folgen. Kinder leiden ganz besonders darunter. Viele von Häuslicher Gewalt betroffene Kinder weisen Entwicklungsstörungen auf, haben Schwierigkeiten in der Schule und neigen zu Problemverhalten wie Sucht oder selbstaggressivem Verhalten. Zudem werden Kinder, die in der Familie Gewalt erleben, häufig selbst gewalttätig.

Verdeckte Gewalt

Viele Gewaltformen hinterlassen keine sichtbaren Spuren. Es gibt aber Anzeichen, die auf Gewalterlebnisse hinweisen können.